LSVD: CSD in Warschau muss stattfinden - Menschenrechte mit Füßen getreten
10.06.2005 - 11:39 , LSVD

Zum morgigen Christopher Street Day in Warschau erklärt Philipp Braun, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschlands (LSVD):

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert den Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski auf, seinen Widerstand gegen den morgigen Christopher Street Day (CSD) aufzugeben. Die geplanten "Freiheitskundgebungen" müssen ungehindert stattfinden können. Elementare demokratische Prinzipien wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit dürfen nicht länger mit Füßen getreten werden. Lesben und Schwule haben das selbstverständliche Recht, für ihre Anliegen zu demonstrieren.

Lech Kaczynski versucht seit Wochen, den Christopher Street Day mit einer homosexuellenfeindlichen Hasskampagne und Verboten zu verhindern. Hintergrund dürften Kaczy?skis Ambitionen sein, polnischer Präsident zu werden.

Kaczynskis Verhalten hat international einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. So haben sich 48 Bundestagsabgeordnete in einem vom Lesben- und Schwulenverband initiierten Appell an den polnischen Präsidenten, den Ministerpräsidenten und den Marschall des polnischen Parlaments "Sejm" gewandt. Sie wurden aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, "dass die Gleichberechtigungsparade stattfinden kann und das Grundrecht auf Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit nicht verletzt wird". Der Appell wurde insgesamt von rund 3000 Organisationen und Einzelpersonen aus über 90 Ländern unterzeichnet. Weitere Infos unter: http://ilga.org/petition_detail.asp?PetitionIdentification=4

Auch die Sozialdemokratische Fraktion im Europaparlament hat sich mit einem Aufruf an die polnische Regierung und das polnische Volk gewandt.

Die LSVD- Vorstandsmitglieder Günter Dworek und Jacques Teyssier sowie der Pressesprecher Alexander Zinn nehmen am morgigen Christopher Street Day in Warschau teil. LSVD, 10.6.2005 (mc)

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